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Wille, Ernst: Retrospektive 1940-80, Band 2

Dies ist ein second-hand Artikel

  Wille, Ernst: Retrospektive 1940-80, Band 2. Zeichnungen, Bilder, Objekte
  Preis: 4,95 €

Gebraucht, Schlechter Zustand,
Paperback, ohne Seitenangabe
Suermondt-Ludwig-Museum, 1981
ISBN: o.A.
Lieferbarkeit: vergriffen

Land: Deutschland; Epoche: Nachkriegszeit
Lieferzeit: 3-5 Tage

Sokrates-Verkaufsrang: 19572

Vorwort:
Es ergibt sich, daß ein runder Geburtstag mit der Ausstellung von Professor Ernst Wille zusammentrifft. Zufall oder nicht, gleichgültig!
Wichtig ist der Rückblick auf ein reiches künstlerisches Werk, geschaffen in 40 Jahren, vermittelt an Studierende der Fachhochschule Aachen — Fachbereich Design und ausgebreitet in einem anspruchsvollen Katalog.
Die zahlreichen Abbildungen lassen erkennen, welche Vielfalt künstlerischer Erscheinungsweisen ein konsequenter Theoretiker und gleichzeitig ein besessener Maler seinen Bildern mitgeben kann.
Er hat sich nichts geschenkt, nicht den Beginn mit der genauen Überprüfung der eigenen Bilder an den Gegebenheiten der Natur. Da bleibt kein Platz, um Nichtgelungenes durch zwielichtige Attitüden zu kaschieren und sich an genau erfaßter, in malerischer Werte übersetzter Wirklichkeit vorbeizumogeln.
Hier stimmt alles und doch ist alles offen, Durchgang, künstlerisches „Rohmaterial", begierig darauf wartend, im freien Umsetzungsprozeß neue Form- und Farbverbindungen einzugehen.
Doch schon die tektonisch gebauten Bilder der 50er Jahre zeigen ein Übergewicht der Farbe vor der Form. Manchmal will es scheinen, als druchstrahle bildimmanentes Licht die Figuren, mitunter den Wirkungen farbiger Glasfenster nicht unverwandt.
Studien und Skizzen machen den Werdevorgang deutlich. Im „Disegno" ist der Stift des Künstlers von der instinktiven Erfassung und gleichzeitig einsetzenden Abstraktion der von der Natur vorgegebenen Form bestimmt.
Kontrollen, aus geometrischen Proportionsstudien gewonnen, erhärten den Befund: Alles „sitzt"! „Reuezüge" wird man vergeblich suchen. Solche Exerzitien, die sich hervorragend eignen, Studierenden den Aufbau einer Figur, ihre innere Logik und ihre äußere Dynamik verständlich zu machen, bleiben nicht Selbstzweck, sondern schaffen die Voraussetzungen, das Medium des raffiniert geführten Lineaments in den Farbkörper des Bildes zu verwandeln.
Es ist von höchster Ergiebigkeit, Ernst Wille beim Zeichnen über die Schulter zu schauen, zu verfolgen, wie sich um wenige „Führungslinien" in immer dichter werdenden Strukturen die formumgreifenden und Volumen andeutenden Striche und Schraffuren legen.
Das „Endprodukt" wirkt wie eine Aufforderung zur Umsetzung in Malerei. In ihr verliert die Linie ihre Dominanz und überläßt der Farbe die tragende Rolle.
Doch spürt man genau, wie ohne vorherige, oft im Unterbewußten sich vollziehende lineare Organisation der Fläche die pastose, oft mit dem Breitpinsel aufgetragene Farbe nicht zu jener stringenten Wirkung führen könnte, wie sie Willes Bilder vermittelt.
Ihre Themen kreisen stets um Figurales, doch wird der Betrachter fortgelockt von penetranter Anatomie oder sinnlichem Verweilen; die „Neuerschaffung" des Körperlichen aus vehementen, lichtgesättigten, oft ungebrochenen Farbakkorden bringt ein hohes Maß künstlerischer Phantasie ins Bild.
Doch daß nichts ausufere, ins Zufällige abgleite, oder ins nur Bunte absinke, davor bewahrt den Künstler sein Sinn für die „Monumentalität" der Farbe.
Eben diese „Farbmonumentalität" erlaubt großformatige Bilder, bewahrt sie vor dekorativen Effekten und entsendet Spannung bis in die fernsten Ecken des Bildgevierts.
Es ist von hohem Reiz, die Anwendungsmöglichkeiten der von Wille entwickelten Farbtheorie bis hin in den Bereich des Porträts zu verfolgen.
Ernst Wille zeigt tiefen Respekt vor der europäischen Maltradition, aber er ist kein Traditionalist.
Mögen die Wurzeln seiner Kunst auch zurückreichen bis hin zu Cezanne, den Fauves und der Malerei des deutschen Expressionismus, was in seinen Bildern Gestalt gewinnt, ist von unverwechselbarer Eigenart.
Aus freier Intuition entwickelt sich eine bildnerische Sprache, die bis zu einem gewissen Grade lehrend mitteilbar ist.
Freilich, die Kraft ihrer Formulierungen ist nicht erlernbar und unveräußerlicher Besitz eines Malers, für den die Ehrfurcht vor den Dingen und ihre bildhafte Erfassung in der Neuerschaffung aus der Farbe kulminieren.
Ernst Günter Grimme

A.d. Inhalt:
Ernst Wille - Leben, Werkentwicklung - Eröffnung der Ausstellung Rathaus Alsdorf - Eröffnung der Ausstellung Ev. Kirche Wiedenest (12.-15. Jahrh.) - Studien zur Ikonographie

Zustandsbeschreibung:
OBr., Einband angeschmutzt, leicht gebräunt, wasserfleckig u. mit Druckstellen, etliche Seiten wasserfleckig, ansonsten i.O.

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